DOSENFLEISCH
Inszenierung: Clemens Bechtel
Mit: Tatiana Sessler-Toami, Olga Török, Franz Kattesch, Richard Hladik
Eines Abends hält der Versicherungsinspektor Rolf bei einer Raststätte am Rande der Autobahn. Von hier aus kann er die Straßenstrecke gut beobachten, auf der es zuletzt zu einer hohen Anzahl von Unfällen gekommen ist. Zu seiner Verzweiflung wird er ununterbrochen von der neugierigen Tankstellenangestellten Beate angesprochen, die die seltsamsten Dinge sagt. Während er versucht, ihr aus dem Weg zu gehen, lernt er die Schauspielerin Jayne kennen, die sich ebenfalls dort aufhält. Fasziniert von der Schauspielerin kann Rolf den Eindruck nicht loswerden, sie doch zu kennen. Während Rolf versucht, Ordnung in seine Gedanken zu bringen, geschehen an der Tankstelle unerklärliche Dinge und die Atmosphäre wird bedrohlich. dosenfleisch ist das zweite Theaterstück von Ferdinand Schmalz und wurde 2016 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Es ist ein atypischer Krimi, in dem der Dramatiker Themen wie die sozialen und umweltlichen Folgen der Entwicklung des Transportwesens sowie die unpersönlichen Beziehungen zwischen Menschen in einer immer eilenden Welt untersucht. Diese Themen werden sowohl in den reflexiven Monologen der Figuren als auch in den epischen Passagen der Figur des Fernfahrers angesprochen, der das Geschehen teilweise erzählt.
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GERMAN SONG NIGHT
Mit: Dana Borteanu, Roxana Ardeleanu
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LIEBE
Inszenierung: Irisz Kovacs
Mit: Isa Berger, Enikő Blénessy, Daniel Ghidel, Aida Olaru, Alma Diaconu/ Silvia Török
Seit Kurzem in Deutschland angekommen, begegnen sich die Schriftstellerin Olivia und der immer-noch-werdende Regisseur Popeye im Deutschkurs und beginnen eine ziemlich konventionelle Liebesgeschichte. Trotz der Sprachbarriere und der zehnjährigen Altersunterschieds zwischen ihnen - er ist jünger als sie - gehen die beiden auf Dates, ziehen zusammen ein und werden zu einer kleinen Familie. Doch in ihrem scheinbar unkomplizierten und regulären Paarleben schleichen sich Probleme ein, die nur einer von ihnen zu merken scheint. LIEBE/ Eine argumentative Übung lädt uns ein, insgeheim, wie durch ein Fenster, das Leben von Olivia und Popeye, die nach den beliebten Archetypen aus den Zeichentrickfilmen konturiert sind, zu verfolgen. Durch eine ironische Analyse von patriarchalen Strukturen und vom Status des Künstlers und durch das Eintauchen in Olivias innere Welt untersucht Sivan Ben Yishais Text die Art und Weise in der Menschen, deren solche sozialen Strukturen bewusst sind, in ihren persönlichen Leben gerade denselben Mustern verfallen, die sie öffentlich Kritisieren.